So Jungs. Bin gerade aus der Schrauberbude zurück. Habe den Druckspeicher getauscht. Jetzt hält der Bremsdruck auch mal länger nach Motorstillstand an. Mal sehen, ob das auch über eine Woche so hält. Jedenfalls nach einer halben Stunde war die Bremskraftunterstützung vor dem Start noch da und piepen (!) ist auch weg. Ansich eine recht einfache Reparatur, wenn man sich Zeit läßt und alles mit Rostlöser vorher behandelt. In den Wahnsinn hat mich nur die hintere Mutter am Puffer für die Unterbodenverkleidung getrieben. Der Schrauber vor mir (Audi) hat die Mutter überdreht und ich hab einen Tobsuchtanfall bekommen. Nächste Tobsucht um den f.... Gummipuffer da mal weg zu bekommen, da das M6 Gewinde hinüber war. Dann ein neuen Puffer aus meinem Nissan-Schlachtfestreserven gebaut und gut 1,5 Stunden vergeudet.
Noch was. Schaut mal, was mir mein Teilefuzi gegeben hat. Wollte zur Sicherheit eine neu Hohlschraube liegen haben. Da nicht baugleich, habe ich die alte gereinigt und wiederverwendet.
Hallo Frank. Habe ja auch vor ein paar Wochen den Druckspeicher vom Tim überholen lassen, dabei natürlich auch alle Schrauben und Dichtungen erneuert ( auch die Notwendigen an der Pumpe ), jedoch war vorher und nachher - also alt und neu nur die auf Deinem Foto rechts ( NEU ) beschriebene Schraube vorhanden.
An die alte Version von deinem Foto mit den großen Bohrungen kann ich mich nicht erinnern - habe jede Schraube auch beim Ausbau verglichen auf Identität.
Manfred, habe es gerade heraus gefunden. Die neu bezeichnete ist eigentlich die für die Hydraulikpumpe und die als alt bezeichnete ist die für den Druckspeicher. Beide Hohlschrauben sind unterschiedlich.
Hohlschraube 443 612 275 E (ALT) ist für den Druckspeicher Hohlschraube 443 612 275 C (NEU) ist für die Hydraulikpumpe
Manfred, noch was. Da ich ja dieses Wochenende nicht mehr dazu komme etwas länger die Diva zu bewegen, verrate mir doch mal ein paar schöne Dinge, die Dir der neu gefüllte Druckspeicher in den Wochen gebracht hat. Das die Dinger langsam verrecken und man es garnicht richtig wahrnimmt ist ja belegt. Und gestern auf der Fahrt von der Schrauberbude zur Garage ca. 2 km habe ich nur gemerkt, daß ich weniger Kraft auf das Bremspedal geben muß und das es irgendwie geschmeidiger funktioniert.
Wie schön die Dinge sind, d.h, wie sehr man das bemerkt, hängt sehr stark vom Verschleißzustand des alten Speichers ab. Je weiter der Druck unter der Verschleißgrenze ist, desto mehr bemerkt man einen Unterschied.
Der Druck im Speicher ist, egal wie weit er verschlissen ist, nach ein paar Minuten Motorlauf immer bei 150 bar. Nur wenn der BKV oder / und das Druckhalteventil defekt ist, kann es sein, dass sich dieser Druck gar nicht auf- oder ganz schnell wieder abbaut. Bei einem neuwertigem Speicher hat man bei abgestelltem Motor ca. 20- 30 Tritte frei, bei denen man nahezu maximale Bremskraftunterstützung hat. Dabei sinkt der Öldruck bei jeder Betätigung um ca. 3- 5 bar ab, bis der Druck schlagartig auf Null abfällt und die Bremshilfe dahin ist. Dafür wird aber bei laufendem Motor binnen Sekunden, mit einer sehr geringen Ölmenge sofort wieder ausreichender Druck aufgebaut. Es ist nahezu unmöglich, einen guten Druckspeicher bei laufendem Motor so weit leer zu bremsen, dass die Bremshilfe ausfällt.
Ein Speicher, der an der Verschleißgrenze liegt, hält bei stehendem Motor weit weniger Tritte bereit und der Öldruck fällt bei jeder Betätigung der Bremse um ca. 20 bar ab. Einen solchen Speicher kann man bei laufendem Motor so weit leer bremsen, dass die Warnlampe kommt und man einen deutlichen Verlust an Bremshilfe spürt.
Ein Speicher der praktisch keinen Stickstoffdruck mehr hat, baut bei den ersten beiden Tritten jeweils ca. 50 bar Druck ab. Dort wird kein Gaspolster mehr komprimiert sondern der Speicher ist voll mit Öl. Das führt dazu, dass man höchstens einen Tritt mit Bremshilfe hat. Der Zweite ist schon deutlich spürbar reduziert. Das Problem ist, das der Speicher mangels Gegendruck des Gaspolsters nicht mehr so schnell leer läuft, da nur das komprimierte Öl entspannt wird. Bei so einem Speicher kann es bis zu 100 Tritten dauern, bis man eine Veränderung im Pedal fühlt. Die Bremshilfe ist dann aber schon lange weg. Zudem ist so ein Speicher (wenn er nicht leer gelaufen ist) schnell wieder aufgepumpt, u.U. sogar deutlich schneller, als ein nagelneuer Speicher. Man glaubt dann, dass alles gut ist, ist es aber nicht.
Der Vorteil eines neuen Speichers ist: Schneller Druckaufbau und maximale Bremskraftunterstützung über einen langen Zeitraum. Bei laufendem Motor wird man niemals einen Abfall der Bremshilfe spüren, weil der Druckabbau beim Treten so klein ist, dass die Pumpe diesen Verlust schon in kürzester Zeit (ca. 1 - 1 1/2 Sekunden) wieder aufbaut, und das noch während die Bremse getreten ist.
So wie Du es schilderst, würde ich mit einer (unzuverlässigen) Ferndiagnose sagen, dass dein alter Speicher weit unter der Verschleißgrenze liegt.
Danke Tim, für die weitere gute Erklärung. Deckt sich mit meinen Erlebnissen. Den alten Druckspeicher schicke ich Dir zu. Nach Deiner Diagnose dann, wissen wir mehr.
Ja, bin deswegen auch froh, daß die alte Hohlschraube noch gut war und sich recht leicht reinigen ließ. Waschbenzin und danach vorsichtig trocken blasen und mit etwas Hydr.öl waschen.