Wenn man es ganz genau wissen will, warum der Motor Öl verbraucht, muss er komplett zerlegen und vermessen werden.
Zuallererst allerdings bei warmem Motor die Kompression prüfen. Dann hat man schon mal einen ersten, groben Eindruck wie es aussieht. Gibt es Abweichung einzelner Zylinder zueinander, kann man einen Spritzer Öl in diese Zylinder geben und dann noch mal messen. Ist der Druck dann höher, weiß man, dass es sich um ein Problem im KolbenRingbereich handelt. Das ist aber nur ein erster, grober Anhalt.
Wenn der Motor zerlegt ist:
1. Ventilführungen müssen auf Verschleißgeprüft werden. Das geht ohne spezielle Messzeuge. Man muss kontrollieren, ob die die Ventilschäfte in der Führungen wackeln. Minimales Spiel ist zulässig. Die Schaftabdichtungen werden obligatorisch erneuert.
2. Die Zylinderbohrung muss auf Verschleiß gemessen werden. Dazu braucht man eine Innenmessuhr. Gemessen wird (immer quer zum Kolbenbolzen) an drei Stellen im Zylinder: Oben, mittig, unten. Das ist auch dann nötig, wenn noch Bearbeitungsspuren, etwa Honspuren zu erkennen sind. Sind deutliche Laufspuren zu sehen, hat man einen Grund für erhöhten Ölverbrauch auch ohne Werkzeug gefunden.
3. Die Kolben müssen gemessen werden. Üblicherweise unten am Schaft, quer zum Kolbenbolzen. Die Messpunkt dafür werden vom Hersteller vorgegeben. Auch weil die Kolben ggf. auf Ovalität geprüft werden müssen.
4. Das Achsialspiel (nach oben und unten) der Kolbenringe in den Ringuten muss gemessen werden. Ist das zu groß, wirken die Kolbenringe wie Pumpen und fördern das Schmieröl nach oben in den Brennraum.
5. Stoßspiel der Kolbenringe muss gemessen werden. Zu großes Stoßspiel hat zwar in erster Linie Einfluss auf den Kompressionsdruck kann aber auch einen (kleinen) Teil zu erhöhtem Ölverbrauch beitragen.