Erneut Hi Martin,

Die Einspritzung braucht, um die jeweils korrekte Kraftstoffmenge zu berechnen, eine Möglichkeit, die eingesaugte Luft in Menge und Masse zu messen

Früher hatte man dazu Luftmengenmesser, die z.B. mit einer Klappe die vom angesaugten Luftstrom bewegt wurde, die Luftmenge maßen.

Das Problem ist dabei das Luft bzw alle Gase in Abhängigkeit von Druck und Temperatur ihre Dichte bzw. Masse ändert.

Für die Gemischaufbereitung ist aber grade die Luftmasse wichtig, deshalb wurde früher Druck und Temperatur oder nur die Temperatur im Ansaugtrakt mitgemessen um damit die korrekte Masse zu ermitteln.

Zum Beispiel hätte ein Kubikmeter Luft bei 21° und 1013,25mbar eine Masse 1, dann wäre die Masse bei 30° und gleichem Druck schon um 9/273stel kleiner.

Würde die Einspritzung das nicht erkennen, würde der Motor überfetten usw.

Um das ganze mit höherer Präzision zu erfassen entwickelte man Luftmassenmesser die nicht die Menge, aber die Masse der vorbeiströmenden Luft erkennen.

Das Prinzip ist ganz simpel, z.B. ein Draht wird auf eine bestimmte Temperatur erhitzt und die dazu notwendige Energiemenge ist bekannt.

Steht der Heisse Draht in einem Luftstrom, wird er davon abgekühlt.
Von dichter ( hoher Druck ) stärker als von dünner Luft ( niedriger Druck ) .
Von kalter ( hohe Dichte ) stärker als von warmer Luft ( niedrige Dichte ).

Die Elektronik versucht aber die Temperatur des Drahtes konstant zu halten, und misst die jeweils notwendige Energiemenge. Aus deren Veränderung lässt sich leicht auf die Luftmasse schliessen.

physikalisch spielt nur die Dichte eine Rolle weil Druck oder Temperatur nur quasi den Abstand zwischen den Atomen beeinflussen.

Das heisst ein Motor hat mit heisser aber dichter Luft dieselbe Leistung wie mit kalter aber dünner Luft.

Turboladermotoren haben Ansauglufttemperaturen von manchmal über 90°, drucklos würde sich da wegen der geringen Dichte der Luft kein brennbares Gemisch mehr bilden.

Die Motroniken helfen sich, wenn der Luftmassenmesser kaputt ist, mit einem "Limp Home Mode",das Steuergerät versucht dann mit Ersatzwerten wie Drosselkappenstellung, Lufttemperatur usw. den Motor trotzdem am Laufen zu halten.

Abhängig davon, in welcher Situation der Luftmassenmesser kaputt wurde, kann es passieren das du nix davon merkst, ausser das etwas Leistung fehlt, und der Verbrauch etwas steigt.

Kann aber genausogut sein das der Motor nur noch bei hohen Drehzahlen läuft, nämlich dann, wenn bei langer Vollgasfahrt der Luftmassenmesser kaputt wird, das Steuergerät erinnert dann nur noch die Betriebsbedingungen der letzten, sagen wir mal, halben Stunde.


...durchhalten...

Roland