Hi,

ich würd' interdisziplinäre Berufe nicht per se für schlechte befinden. Ich bin bspw. Wirtschaftsingenieur, Ausbildungszweig Betriebsinformatik. Uns sagt man nach, unsere Schwäche, aber gleichzeitig auch unsere größte Stärke sei, dass wir von allem eine Ahnung hätten und von nichts so richtig.

Sicher müsste ich mich jetzt (wieder) tiefer in die Materie einlesen, um Berechnungen irgendwelcher mechanischer Bauteile durchzuführen, komplexere Stücklisten anzufertigen oder um komplexere elektronische Schaltungen durchzurechen. Aber ich kann mitreden, ich hab' das Zeug mal gemacht, mal eine Fräsmaschine oder ein Schweißgerät in der Hand gehabt (und mich sauber verbrannt . Weitergebildet hab' ich mich aber in eine ganz andere Richtung, Informatik eben.

Der Clou ist: Sitze ich heute mit "Fach"-Informatikern an einem Tisch, dann hört bei denen oftmals der Tellerrand bei irgendeiner Programmiersprache auf. Kommen dann Themen wie das Ansprechen von Hardware auf den Tisch, war's das, Ende der Fahnenstange. Und gerade da würd's aber interessant werden, weil es anfängt, interdisziplinär zu werden. Das kann man beliebig fortspinnen.

Die Idee des Mechatronikers wird wohl einst einmal gewesen sein, genau so eine Interdisziplinarität zu vermitteln, damit die Leute den Überblick bei so komplexen Dingen wie eine computergesteuerten Einspritzung etc. haben. Was dann de facto rauskam, kann ich nicht beurteilen. Da aber bei uns damals schon und heute noch viel mehr reine Hohlköpfe durch die Ausbildung geschoben werden, wäre ich nicht überrascht, wenn das Konzept nicht so aufgegangen ist, wie man es sich erhofft hatte.

Aber deshalb ist die Idee nicht schlecht!

lG

Bastian